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  Herborner-Pumpen-Adler
06.09.2004  

Herborner Pumpenfabrik wird 130 Jahre alt

(Herborn.) Eine der ältesten Pumpenfabriken Deutschlands, die Herborner Pumpenfabrik, kann in diesen Tagen auf ihre 130-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Nur fünf von insgesamt 150 Pumpenfabriken in Deutschland sind älter als das Herborner Traditionsunternehmen, das übrigens immer noch im Familienbesitz ist. 1874 ahnte der Firmengründer Johann Heinrich Hoffmann bei der Gründung eines Geschäfts für „Handel und Reparatur von landwirtschaftlichen Geräten und Pumpen“ noch nicht, dass sich daraus einmal der europäische Marktführer für die Schwimmbadtechnologie bei Pumpen entwickeln würde. Heute verfügen beispielsweise weit über 70 Prozent aller Schwimmbäder in Deutschland über eine Pumpe, die in Herborn gefertigt wurde.

Der Weg zur Marktführerschaft war lang und wurde unter besonderer Anstrengung erkämpft. Nicht zuletzt die beiden Weltkriege brachten dem Traditionsunternehmen harte wirtschaftliche Rückschläge. Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Fabrik durch einen Bombenangriff nahezu vollständig zerstört. Der Wiederaufbau kam einem absoluten Neubeginn gleich. Damals wurden allerdings die richtigen Weichen gestellt und die Herborner Pumpenfabrik nutzte den Neuanfang, um mit einem hochmodernen Maschinenpark und einer neuen Produktpolitik neue Absatzmärkte zu besetzen. Statt für den landwirtschaftlichen Bereich wurden zu Beginn der so genannten „Wirtschaftswunderzeit“ vor allem hochwertige Pumpen für Industrieanlagen entwickelt und gebaut. Die Entwicklung war rasant, denn schnell war das Herborner Unternehmen zu einem der führenden Hersteller für Pumpentechnik herangewachsen.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Ein eigenes Team an Außendienstmitarbeitern und ein Distributionsnetz von Handelsvertretungen sorgten dafür, dass die Spezialpumpen aus Herborn weltweit ihren Siegeszug antraten. Bei der Wasseraufbereitung und Umwälzanlagen in Schwimm- und Erlebnisbädern hält das Unternehmen mittlerweile einen erstaunlichen Marktanteil von 75 Prozent. Ähnlich sieht es im Schiffsbereich aus. Fast alle großen Kreuzfahrtschiffe sind mit Schiffspumpen der Herborner Pumpenfabrik ausgestattet. Ein weiteres Standbein sind Spezialpumpen für die Industrie, für den Anlagenbau und die kommunale Ver- und Entsorgung.

Wolfram Kuhn, Ur-Ur-Enkel des Firmengründers und heutiger Geschäftsführer, zur Firmenpolitik des Unternehmens: „ Flexibilität am Markt und Pumpentechnologie auf höchstem Niveau sind unsere Überzeugungen, die wir seit der Gründungsphase verfolgt haben. Wer heute im harten Wettbewerb bestehen will, muss kontinuierlich seine eingeschlagenen Wege überprüfen und auch mal den Mut haben, eine Richtungsänderung durchzusetzen.“ Die hohe Fertigungstiefe und nicht zuletzt der Luxus einer eigenen Gießerei garantieren eine schnelle und flexible Entwicklung.

Investitionen in die Zukunft
Auch an der Herborner Pumpenfabrik ist die wirtschaftliche Rezession der letzten Jahre natürlich nicht spurlos vorbeigegangen. Hauptgrund ist vor allem die Zurückhaltung der Kommunen, denen durch Haushaltssicherungskonzepte die Hände für notwendige Modernisierungen gebunden sind. Zeitweise wurde deshalb im vergangenen Jahr der Betrieb auf eine Vier-Tage-Woche zurückgefahren, um Entlassungen zu vermeiden. Die rund 135 Arbeitsplätze im Unternehmen sind aber gesichert. Zeitgleich entschied sich das Unternehmen in die technische Ausstattung des Betriebs weiter zu investieren. Rund 2,5 Millionen Euro wurden in den letzten Jahren in neue CNC-Maschinen für die Fertigung, eine Kernschießmaschine für die Gießerei und einen neuen Pumpenprüfstand investiert. Als neues Großprojekt stehen für die kommenden Jahre der konsequente Ausbau und die Modernisierung der Gießereianlage an.

Neuer Markt: Osteuropa
Größtes Entwicklungspotenzial für das Unternehmen ist derzeit der osteuropäische Markt. Durch die EU-Erweiterung und die damit einhergehenden europäischen Normen und Standards ist das Know-how der Herborner Pumpenfabrik, die alle europäischen Qualitätsstandards erfüllt, sehr gefragt. Vor kurzem wurde man beispielsweise mit den bulgarischen Städten Schumen und Stara Zagora über eine kommunale Zusammenarbeit handelseinig. Eingefädelt wurde das Projekt über ein neu gegründetes Osteuropabüro, das in Landsberg an der Saale, einer Vertriebs- und Serviceniederlassung der Herborner Pumpenfabrik seinen Sitz hat. Aber auch in den baltischen Ländern und Russland, wo in Zukunft viele neue Erlebnis- und Freizeitbäder errichtet werden, hat sich der gute Ruf von Herborner Qualitätsprodukten bereits herumgesprochen.
 








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